In Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit sind bei HOCH Health Ostschweiz die Themen Bauprojekt- und Portfoliomanagement, Gebäudeunterhalt, Beschaffung, Mobilität und Gastronomie zentral. Dabei gibt die Energiestrategie 2050 insbesondere bei der Gebäudeinfrastruktur einen entsprechenden Rahmen. Die folgenden Abschnitte zeigen konkrete Entwicklungen und Ziele auf.
Der aktuelle Masterplan Energie für das Kantonsspital St.Gallen wurde 2019 in Kraft gesetzt. Abgestützt auf das Klimaschutzgesetz (KIG) und einhergehend mit den CO2-Reduktionszielen von Bund, Kanton und Stadt stellt sich HOCH Health Ostschweiz der Aufgabe, den CO2-Ausstoss an allen Standorten bis ins Jahr 2050 auf netto null zu reduzieren. Die Energiestrategie 2050 für den Standort Kantonsspital St.Gallen wurde im Jahr 2025 ausgearbeitet. Im Jahre 2026 erfolgt die Bearbeitung für die Standorte Spital Grabs, Spital Linth und Spital Wil.
Die Entwicklung des CO2-Ausstosses am Standort Kantonsspital St.Gallen (unter Berücksichtigung des steigenden Energiebedarfs und der vorgesehenen Massnahmen) zeigt, dass es mit den heute zur Verfügung stehenden Technologien, einer zielgerichteten strategischen Planung und konsequenter Umsetzung möglich ist, den Standort Kantonsspital St.Gallen bis 2050 mit fossilfreier Energie zu versorgen.
Im Verlauf des Jahres 2026 werden die Energiestrategien 2050 für die Standorte Spital Grabs, Spital Linth und Spital Wil ausgearbeitet. Nach Abschluss dieser Arbeiten werden die Energiestrategien 2050 für alle Spitalstandorte konsolidiert und dem Freigabeprozess zugeführt.
Unternehmen mit einem hohen Energieverbrauch werden vom Bund als Energie-Grossverbraucher klassifiziert und sind schweizweit verpflichtet, ihre Energieeffizienz zu steigern sowie ihren CO2-Auststoss zu reduzieren. Das Unternehmen HOCH Health Ostschweiz ist beim Bundesamt für Energie (BFE) und beim Kanton St.Gallen als ebensolches gemeldet.
Erste Zielvereinbarungen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Senkung des CO2-Ausstosses wurden für die Jahre 2014 bis 2024 für Campus und Rechenzentrum in St.Gallen und für die Standorte Spital Grabs, Spital Altstätten, Spital Linth und Spital Wil eingereicht.
Bis Ende 2025 wurde die neue Zielvereinbarung in Zusammenarbeit mit einem vom BFE-zertifizierten Energieberatungsunternehmen für alle Standorte von HOCH Health Ostschweiz ausgearbeitet. Berücksichtigt wurden dabei die regulatorischen Vorgaben, die jeweils zugehörige Arealentwicklung und Instandsetzungsplanung sowie entsprechende Energieeffizienzmassnahmen. Die Zielvereinbarung wurde im Januar 2026 eingereicht und per Ende Januar 2026 durch den Kanton St.Gallen auditiert. Nachfolgend findet standardmässig eine Prüfung durch das Bundesamt für Energie statt.
Die bestehenden Bauvorschriften im Kanton St.Gallen beinhalten Standards für Energieeffizienz und umweltschonende Baupraktiken, die auch für HOCH Health Ostschweiz relevant sind. Für Neubauten hat HOCH Health Ostschweiz teils umfassendere Vorschriften wie den Minergie-Standard definiert.
Bei HOCH Health Ostschweiz ist insbesondere ein bewusster und aktiver Umgang mit Gestaltungsfragen ein Anliegen. Zudem fördert die Zusammenarbeit mit interdisziplinären Teams und externen Planenden, internen Fachpersonen sowie Nutzerinnen und Nutzern das baukulturelle Bewusstsein. Dieses Verständnis beinhaltet Klima- und Umweltfreundlichkeit wie hochwertige Grün- und Freiflächen. Das städtische Areal zeichnet sich deshalb durch eine naturnahe und standorttypische Bepflanzung sämtlicher Aussenanlagen aus. Stadtgärten, Dachbegrünungen und natürliche Grünflächen zeugen vom Naturbezug und der Berücksichtigung der Umwelt in Bauprojekten.
Aufgrund von stetig ändernden Patientenbedürfnissen und sich konstant entwickelnder Technik im Gesundheitswesen bestehen besondere Ansprüche an die Gebäudestrukturen und Innenräume. Die Flexibilität in Planung und Realisierung spielt eine bedeutende Rolle für zukünftige Umbauten.
HOCH Health Ostschweiz strebt bei Neubauten eine Zertifizierung nach Minergie-Standard an. Damit werden die Voraussetzungen für einen geringen Energieverbrauch und minimierte Treibhausgasemissionen in Erstellung und Betrieb geschaffen. Das am Standort Kantonsspital St.Gallen neu erstellte Haus 07A ist bereits zertifiziert und für den Bau des Hauses 07B ist eine Zertifizierung in Planung. Auch sollen am Standort Spital Grabs die Erstellung von Haus S und O einen entsprechenden Standard aufweisen.
Bei öffentlichen Ausschreibungen und Vergaben von Aufträgen sind zudem Nachhaltigkeitskriterien in das Auswahlverfahren integriert:
Die nachhaltige Weiterentwicklung des Immobilienportfolios basiert auf einer ganzheitlichen Strategie, die den langfristigen Werterhalt der Gebäude mit den hohen betrieblichen Anforderungen von Spital- und Betriebsimmobilien vereint. Das Portfolio Management stellt sicher, dass bauliche Massnahmen nicht nur den Zustand verbessern, sondern die Infrastruktur systematisch auf einen zukunftsorientierten energetischen Standard heben.
Ein zentrales Element der Bewirtschaftung ist die Kopplung der laufenden Instandsetzungsplanung mit strukturellen Verbesserungen der Gebäudesubstanz. Dabei wird ein klarer Pfad zur energetischen Optimierung verfolgt: Sanierungsmassnahmen – insbesondere an der Gebäudehülle – werden zeitlich und technisch so mit den Lebenszyklen der Bauteile abgestimmt, dass der Energiebedarf des Gesamtportfolios kontinuierlich sinkt. Dies sichert nicht nur die Betriebskontinuität des Spitals, sondern steigert auch die Ressourceneffizienz und den Nutzerkomfort nachhaltig.
Um die strategischen Ziele in operative Massnahmen zu übersetzen, stützt sich das Portfolio Management auf drei wesentliche Säulen:
Durch die enge Verknüpfung von technischer Zustandsanalyse, strategischer Nutzungsplanung und wirtschaftlicher Steuerung entsteht eine belastbare Fortschreibung des Masterplans. Das Ergebnis ist ein Steuerungsinstrument, das die operative Realität des Spitalalltags mit einer nachhaltigen Weiterentwicklung des Immobilienportfolios vereint.
Im Bereich des Facility Managements wurden im Geschäftsjahr 2025 verschiedene Massnahmen umgesetzt:
Der Einkauf von HOCH Health Ostschweiz führt die im 2024 etablierten Nachhaltigkeitsmassnahmen konsequent weiter. So werden im Rahmen der Jahresgespräche mit relevanten Lieferanten ökologische und soziale Themen systematisch diskutiert und dokumentiert. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Zurverfügungstellung von emissionsrelevanten Daten der Lieferobjekte. Deren Verfügbarkeit und Qualität sind noch sehr unterschiedlich und weisen entsprechend Verbesserungspotential auf.
In die Kooperationsverträge der Einkaufsgemeinschaft mit den Lieferanten wurden zudem folgende Punkte integriert:
Weiter wird bei Bestellungen darauf geachtet, dass diese nach Möglichkeit gebündelt werden, um Materialtransporte und damit verbundene Emissionen zu minimieren. Bestehende Massnahmen wie Mehrwegverpackungen, zum Beispiel Mehrwegboxen bei Büromaterial sowie nachhaltige Logistiklösungen wie E-Fahrzeuge bei Lieferungen werden weiter genutzt.
Im Bereich der Wiederverwendung von Hardware hat HOCH Health Ostschweiz eine neue Zertifizierung erhalten. Das Departement IT konnte mit dem Verfahren «second life» 429 Geräte erneut einsetzen.
HOCH Health Ostschweiz ist aufgrund der Geschäftstätigkeit auf eine eigene Fahrzeugflotte angewiesen. Ende Geschäftsjahr 2025 hat diese aus 35 Strassenfahrzeugen bestanden. Das Unternehmen ist bestrebt, diese mittelfristig nach Möglichkeit zu elektrifizieren.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden diesbezüglich folgende Fortschritte erreicht:
Durch die beschriebenen Massnahmen konnte eine Elektrifizierungsquote der Fahrzeugflotte von 20% (sieben der insgesamt 35 Fahrzeuge) erreicht werden. Das stellt ein wichtiges Etappenziel im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Fahrzeugflotte dar.
Das Hospitality Management ist verantwortlich für die Verpflegung der Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und externen Gäste. Bevorzugt werden regionale und saisonale Produkte sowie möglichst immer frische und nicht oder wenig verarbeitete landwirtschaftliche Erzeugnisse. Beim Fleisch werden fast ausschliesslich Produkte mit Schweizer Herkunft verwendet. Weiterhin werden explizit Geflügel, Kalb- und Schweinefleisch aus der Region respektive der Ostschweiz bezogen. Rindfleisch ist, sofern nicht regional, aus der Schweiz.
Das Hospitality Management misst der verantwortungsbewussten Beschaffung und Zubereitung sowie dem sorgfältigen Umgang mit den Lebensmitteln viel Wert bei. In diesem Zusammenhang ist auch die Transparenz über die Herkunft der Produkte über alle Standorte hinweg von grosser Bedeutung. Die Lieferanten teilen diese Wertvorstellungen.
Im Rahmen der Food-Save-Initiativen und zur Reduktion von Food Waste setzt die Gastronomie an allen Standorten kontinuierlich Massnahmen um, mit dem Ziel Lebensmittelverschwendung nachhaltig zu reduzieren. Am Standort St.Gallen wird dabei seit April 2025 das Programm «Restlos glücklich» angeboten. Dabei werden täglich ab 13.30 Uhr alle Lebensmittel aus den Restaurants, die nicht mehr weiterverwendet werden können, zu einem Vorzugspreis von CHF 5.- abgegeben. Durch diese Massnahme konnte die Lebensmittelverschwendung am Standort Kantonsspital St.Gallen um rund 50% reduziert werden.
Des Weiteren wird am Standort Kantonsspital St.Gallen seit Januar 2025 Frittieröl mehrfach verwendet. Die Qualität wird durch Kontrollen der Werte nach jedem Gebrauch sichergestellt und entsprechend dokumentiert. Die Mehrfachverwendung führt zu einer Einsparung von rund 2’500 Litern Frittieröl pro Jahr, was einer Reduktion von 60% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
2025 wurden zudem die eingekauften Lebensmittel bezüglich ihres ökologischen Fussabdrucks analysiert und entsprechende Massnahmen ergriffen. Beispielsweise wurde Rindsgeschnetzeltes erster Qualität durch Rindsgeschnetzeltes zweiter Qualität ersetzt: Dies, weil die Fleischstücke erster Qualität wie Filets oder Entrecôtes nur einen kleinen Teil des Tieres ausmachen. Aus ökologischer und ethischer Perspektive sollte jedoch das ganze Tier verwendet werden. Im Praxistest zeigt sich dann erfreulicherweise, dass die zweite Qualität für längere Warmhaltezeiten sogar besser eignet ist.
Am Standort Kantonsspital St.Gallen wird der Bedarf an Lebensmitteln (wie Kaffeerahm, Zuckerportionen sowie Joghurts etc.) für die Patientinnen und Patienten täglich bestellt und in den über 40 Stationsküchen zwischengelagert. Seit 2025 werden die Warenbestände auf den Stationen getrackt und die Bestellungen angepasst. Durch diese verbesserte interne Koordination konnten Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt werden, was einer Einsparung im Warenwert von über CHF 3’500 entspricht.
Ebenso erfolgte im Berichtsjahr im Gastronomiebereich des Standorts Spital Grabs eine Anpassung des Reinigungsmitteleinsatzes. Dabei wurde unter anderem der Allzweckreiniger der Küche auf ein Hochkonzentrat umgestellt, das als geschlossenes System konzipiert ist und ausschliesslich standardisierte Anwendungskonzentrationen ermöglicht. Die Produkte sind pH-neutraler und für Mensch, Umwelt und Material weniger belastend. Durch das geringere Transportvolumen reduziert sich der logistische Aufwand sowie die Abfallmenge, auch die Kosten konnten gesenkt werden.