Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht ist der erste für das seit dem 1. Januar 2025 bestehende Unternehmen HOCH Health Ostschweiz und gilt für das Kalenderjahr 2025. HOCH Health Ostschweiz ist durch eine Fusion der Spitäler Kantonsspital St.Gallen, Spital Wil, Spital Linth und der Spitäler Grabs/Altstätten entstanden. Diese Situation erschwert die Erstellung des Nachhaltigkeitsbericht, da gerade in der Postintegrationsphase viele Informationen noch nicht vorliegen. Nichtsdestotrotz gibt dieser Bericht eine fundierte Übersicht über die unternehmensweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten.
Die Unternehmensstrategie von HOCH Health Ostschweiz berücksichtigt die Markttrends, um langfristig ein profitables und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Der Strategiebaum visualisiert die Werte, die Mission, den Unternehmenszweck sowie die Massnahmen des Unternehmens und stellt ihre Beziehung zueinander dar.
Die Strategie konzentriert sich auf die Sicherstellung von Grund- bis Endversorgung in der Ostschweiz. Dabei spielt das Kantonsspital St.Gallen als universitäres Lehr- und Forschungsspital die zentrale Rolle. Dazu kommen die Standorte Spital Grabs, Spital Linth und Spital Wil, die mit hoher medizinischer Kompetenz die Grundversorgung in der ganzen Region sicherstellen.
«Wir sind die bevorzugte Gesundheitspartnerin in der Ostschweiz und engagieren uns gemeinsam für fortschrittliche Medizin zum Wohl aller Patientinnen und Patienten.»
«Mit erstklassigen medizinischen Leistungen und einem hervorragenden Service schaffen wir spürbare Mehrwerte. Wir bieten an allen Standorten regional und überregional eine integrierte Gesundheitsversorgung zu angemessenen Kosten. Mit unserem renommierten Lehr- und Forschungsspital treiben wir eine fortschrittliche Medizin voran. Wir handeln unternehmerisch und nutzen die Chancen, uns und das Gesundheitssystem wirksam weiterzuentwickeln.»
Im Berichtsjahr 2025 hat HOCH Health Ostschweiz eine departementsübergreifende Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit gegründet, die sich dem Thema unternehmensumfassend annimmt. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Bereiche des Departements Immobilien & Betrieb sowie aus den Bereichen Human Resources und Finanzen sowie aus der Klinik für Anästhesiologie, Rettungs- und Schmerzmedizin und dem Departement IT.
Das Thema Nachhaltigkeit ist im Leitbild von HOCH Health Ostschweiz explizit enthalten: «Wir handeln verantwortungsbewusst – sozial, ökologisch und ökonomisch. Wir streben eine ressourcenschonende Arbeitsweise an, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll ist. So übernehmen wir Verantwortung für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung und tragen aktiv zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems bei. Wir steigern durch kontinuierliche Prozessverbesserung und der Anwendung von Lean-Management-Prinzipien die Effizienz und Qualität unserer Leistungen.»
Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der unternehmerischen Verantwortung. Der Anspruch von HOCH Health Ostschweiz ist, wirtschaftliches Handeln mit ökologischer Achtsamkeit und sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen. Das Ziel ist, die Prozesse kontinuierlich zu verbessern, Emissionen zu reduzieren, Abfälle zu vermeiden und Kreisläufe zu stärken. Ebenso soll ein Arbeitsumfeld geschaffen werden, das Gesundheit, Chancengleichheit und berufliche Perspektiven fördert und in welchem Transparenz, sowie verantwortungsvolles Handeln selbstverständlich sind. Nachhaltigkeit wird im Unternehmen als langfristiger Prozess verstanden, der Engagement, Innovation und Zusammenarbeit erfordert.
Im Jahr 2026 ist geplant, Mitarbeitende, zuweisende Ärztinnen und Ärzte sowie Sozialpartnerinnen und -partner zu Nachhaltigkeitsthemen zu befragen, um die Bedürfnisse der einzelnen Anspruchsgruppen in die Aktivitäten von HOCH Health Ostschweiz miteinzubeziehen.
In der Befragung von ambulant und stationär behandelten Patientinnen und Patienten werden mit der Umstellung auf ein neues Befragungs- und Bewertungstool in den Jahren 2027 und 2028 ökologische und soziale Aspekte standardmässig integriert.
Das folgende Beispiel zeigt, wie in einem der energieintensivsten Bereiche des Spitals – beim Netzwerk Radiologie und Nuklearmedizin – der Energie- und Materialverbrauch gesenkt wird. Die bildgebenden Verfahren verursachen erhebliche Energie- und damit verbundene CO₂-Emissionen.
Das Netzwerk Radiologie und Nuklearmedizin umfasst insgesamt zehn Standorte und ist durch einen Zusammenschluss der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St.Gallen, den radiologischen Abteilungen der ehemaligen Spitalregionen Rheintal Werdenberg Sarganserland und Fürstenland Toggenburg, des Spitals Linth und dem Ostschweizer Kinderspital entstanden. Insgesamt werden jährlich 285’000 Untersuchungen von mehr als 300 Mitarbeitenden, wovon über 70 ärztliche Mitarbeitende, durchgeführt. Die 14 Magnetresonanztomografie-Geräte (MRT) verbrauchen rund zwei Drittel des Gesamtbedarfes aller radiologischen und nuklearmedizinischen Grossgeräte. Ein durchschnittlich ausgelastetes MRT-Gerät benötigt pro Jahr so viel Strom wie 26 Vier-Personen-Haushalte, während ein CT-Gerät den Verbrauch von 5–6 Vier-Personen-Haushalten aufweist.
Zur Kühlung der MRT-Geräte wird Helium verwendet. Die Gewinnung, Aufbereitung, Verflüssigung und Bereitstellung des Edelgases in der benötigten Reinheit ist sehr ressourcen- und energieintensiv. Das Netzwerk Radiologie und Nuklearmedizin verfügt über moderne Geräte, die aufgrund des geschlossenen Kreislaufs kaum noch Helium verlieren. Der Heliumverbrauch für eine Geräte-Lebenszeit konnte um 90 bis 99% gesenkt werden. Der MRT-Gerätepark von Netzwerk Radiologie und Nuklearmedizin sorgt durch den stark minimierten Heliumverlust, die Energiesparmodi und den Einsatz von KI-Technologie für einen möglichst geringen Energiebedarf.
Durch den Verzicht von Bleischürzen für Patientinnen und Patienten bei Röntgen-, Durchleuchtungs- und CT-Untersuchungen (auf Basis neuester BAG-Empfehlungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse) werden Rohstoffverbrauch und Sonderabfälle reduziert, während die medizinische Sicherheit durch optimierte Strahlenschutzprotokolle gewährleistet bleibt. Zusätzlich wird bevorzugt Mehrwegmaterial eingesetzt, um die Abfallmenge zu reduzieren. In der Magnetresonanztomographie werden Einwegkleider eingesetzt, die nach dem Untersuch rezykliert werden.
Das Netzwerk Radiologie und Nuklearmedizin hat die Möglichkeit, die Nachhaltigkeitsambitionen durch die Erlangung der Green Imaging Department (Green ID) Zertifizierung der European Society of Radiology (ESR) zu konkretisieren und extern validieren zu lassen. Green ID ist ein europäisches Gütesiegel für nachhaltige radiologische Praxen, das von der European Society of Radiology entwickelt und vergeben wird. Das Programm bewertet radiologische Abteilungen systematisch anhand folgender Kernkategorien: Bildung und Schulung, Energieverbrauch, Abfallwirtschaft, Kontrastmittel- und Wasserverbrauch, klinische Entscheidungsunterstützung, Beschaffung und Verbrauchsmaterialien, Mobilität und Transport sowie institutionelle Governance. HOCH Health Ostschweiz und das Netzwerk Radiologie und Nuklearmedizin streben eine Zertifizierung für 2026 an.
